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Podologie

Unsere Füße

… halten uns auf den Beinen, tragen uns von A nach B, im  Laufe unseres Lebens etwa 3-mal um die Erde, Sportler können mit den Höchstleistungen ihrer Füße Millionäre werden. Ein Fuß besteht aus 114 Bändern, 26 Knochen, 20 Muskeln, einer unglaublich strapazierfähigen Haut und vor allem aus unzähligen Nervenzellen – Sensoren, die den Fuß zum wichtigsten Helfer unserer Mobilität machen: er ist wahrlich ein „Wunderwerk der Biotechnologie“. Gesunde Füße sind ein Geschenk, das wir zu schätzen wissen und unser Leben lang funktionsfähig halten sollten. Was ist jedoch, wenn sie einmal nicht mehr funktionieren?

Podologie

… dann ist die medizinische Fußpflege, die Podologie, gefragt; sie ist die nicht-ärztliche Heilkunde am Fuß, also die Fachdisziplin für die medizinisch indizierte Behandlung aller Fußprobleme. Die medizinische Indikation ergibt sich z.B. aus der inneren Medizin, Dermatologie, Chirurgie oder Orthopädie. Ärzte verordnen meist eine so genannte podologische Komplexbehandlung; damit ist die umfassende präventive, rehabilitative und therapeutische Behandlung der Füße umschrieben, die über kosmetische Maßnahmen weit hinausgeht und von den Krankenkassen auch entsprechend anerkannt wird. Die Ausbildung zur Podologin / zum Podologen ist in der EU, also auch in Deutschland  reglementiert und mit einer staatlichen Prüfung abzuschließen.

PODOLOGISCHES GRUNDWISSEN

Diabetes

Der Diabetes Typ II, auch Alters-Diabetes genannt, ist die mit Abstand häufigste Indikation für medizinische Fußpflege. Ursache sind die für den Diabetes typischen Schwankungen zwischen zu niedrigem und zu hohem Blutzuckerspiegel. Beides – ein zu niedriger und ein zu hoher Blutzuckerwert – ist für Nervenzellen und die feinen Blutgefäße schädlich und kann zu gravierenden Langzeitschäden gerade in den Füßen (da mit den längsten Blut- und Nervenbahnen versorgt) führen:

  • abnehmende Schmerzempfindlichkeit, in den Zehenspitzen beginnend, bis hin zur völligen Schmerz-Taubheit der Füße,
  • mangelnde Blutversorgung der Haut,
  • erhöhtes Risiko für Laufblasen-Bildung und kleine Verletzungen,
  • deutlich erhöhtes Infektions-Risiko,
  • deutlich längerer Heilungsprozess für erlittene Verletzungen.

Die Wechselwirkung dieser Langzeitschäden ist fatal: Der Diabetesfuß ist nicht nur deutlich anfälliger für Verletzungen – sein Besitzer spürt die Gefahr auch nicht!

WANN IST PROFESSIONELLE HILFE SINNVOLL?

Professionelle Unterstützung ist sinnvoll, wenn Sie mit Ihren Händen nur schlecht ihre Füße erreichen, wenn Sie schlecht sehen, oder wenn Sie niemand bei der Pflege und Kontrolle  Ihrer Füße unterstützen kann. Statt einer Eigenbehandlung, z.B. bei Hühneraugen oder eingewachsenen Zehennägeln, sollten Sie besser eine podologische Fachpraxis aufsuchen. Bei festgestelltem Diabetes stellt Ihnen Ihr Hausarzt jederzeit ein Rezept zur podologischen Komplexbehandlung aus.

SO BEUGEN SIE FUSSSCHÄDEN VOR:

  • Füße täglich auf Veränderungen kontrollieren,
  • alle 4-6 Wochen zur med. Fußpflege gehen,
  • jährliche Arztkontrolle (Diabetologe)
  • vermeiden Sie es, barfuß zu gehen (Socken faltenfrei, nicht einschneidender Bund),
  • tragen Sie gut passende Schuhe,
  • und kontrollieren Sie vor dem Anziehen, ob Fremdkörper (Steinchen o.ä.) im Schuh sind,
  • die Füße nach dem Duschen sanft in den Zeh-Zwischenräumen abtrocknen,
  • keine Eigenbehandlung bei verhornten Stellen (kein Hühneraugenpflaster!), stattdessen podologische Komplexbehandlung.


ZEICHEN UND VORBOTEN: 

  • Kribbeln in den Füßen (Zehenspitzen),
  • pelziges oder taubes Gefühl,
  • häufige Wadenkrämpfe und Muskelzuckungen,
  • dauerhaft kalte Füße (Durchblutungsstörung),
  • schlecht heilende offene Wunden (höchste Gefahr!),
  • trockene rissige Haut, starke Hautabschuppung, Juckreiz.

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